"Ich bin selbstständig als Friseurin tätig und habe mein eigenes Geschäft. Ich bin im Friseurgewerbe aufgewachsen, auch meine Eltern und Großeltern waren bereits Friseure. Kommunikation war also schon immer um mich herum. Ich liebe diese Kommunikation mit den Kunden. Gleichzeitig ist die Kommunikation auch mein Leid. Manchmal bin ich einfach schon zu voll.
Ich habe Kunden, die seit 2006 bei mir sind. Da sind richtige Beziehungen und Freundschaften entstanden. Du lebst mit denen und erlebst alles mit ihnen. Manchmal ist auch viel Negatives dabei: Krankheiten, Scheidungen, Beziehungen, Job, viele Verlustängste. Das hat irgendwann dazu geführt, dass mir die Nachrichten einfach zu viel waren.
Was superwichtig ist, bekomme ich von meinem Partner mit. Er schaut immer Wien Heute und die ZIB 2. Für ihn ist es total selbstverständlich, dass er informiert ist. Nachdem er die Kleine ins Bett gebracht hat, fragt er mich dann, ob ich dieses oder jenes mitbekommen habe. Die letzten zwei, drei Stunden vor dem Schlafen gehen interessieren mich aber eigentlich keine negativen Nachrichten. Das gebe ich zu.
Früher habe ich immer wieder mal geschaut, was so geschehne ist, auf derstandard.at oder auf der Blauen Seite. Damals hatte ich mehr Zeit zum Nachrichten Lesen. Wenn man sich dafür interessiert, kann man sich natürlich die Zeit nehmen. Der Grund, warum ich aufgehört habe, Nachrichten zu konsumieren, war einfach diese extreme Negativität. Schlechte Nachrichten haben immer auch etwas Gehässiges.
Als damals auf einmal Covid anfing und hatten wir nur mehr Negatives. Dann steht in den Nachrichen die ganze Zeit nur mehr, welches Bundesland besser als das andere ist. Da kommt untereinander eine Gehässigkeit auf. Bist du geimpft, bist du nicht geimpft? Bist du links, rechts oder liberal? Irgendwie tragen die Medien auch zu der Gehässigkeit bei und so gibt es einfach keine Gemeinsamkeiten mehr.