Ich kann die Welt nicht ändern,
sondern nur meine Umwelt
"Angefangen hat es für mich nach Corona. Als man nicht mehr nachschauen musste, ob noch Lockdown ist oder ob man schon raus darf. Dann habe ich alle Accounts gelöscht. Daran gedacht habe ich schon länger. Aber als sich das Thema Corona gelegt hatte, habe ich mir gedacht: Es reicht! Ich kann die Welt nicht ändern, sondern nur meine Umwelt. Jetzt folge ich auf Social Media einfach keinen Nachrichten-Accounts mehr. Es war eigentlich eh immer dasselbe. Und jetzt habe ich nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.

Ich habe ohnehin nie viel Nachrichten konsumiert. Früher habe ich im Auto Radio gehört und zur vollen Stunde die Infos bekommen. Sonst habe ich Nachrichten hauptsächlich über Instagram mitbekommen, sie sind mir in meine Timeline gespielt worden.
Das Negative und die Beeinflussbarkeit der Medien
Mich stört an der Berichterstattung vor allem das Negative. Es zieht mich einfach runter. Ich werde ziemlich traurig und richtig wütend, wenn ich mitkriege, wie die Menschen miteinander umgehen. Es gibt überhaupt keine Empathie mehr.
Außerdem stört mich die Beeinflussbarkeit der Medien. Sie vertreten vor allem die Interessen jener Menschen, die Geld haben, die an der Macht sitzen und an der Macht bleiben wollen; die wollen, dass wir dumm durchs Leben laufen, uns eigentlich nicht weiterentwickeln, Geld ausgeben, brav arbeiten gehen und leise sind.
Wählen zu gehen, ist mir schon wichtig
Jetzt informiere ich mich nur mehr vor Wahlen. Es ist mir nämlich schon wichtig, wählen zu gehen. Ich kenne mich zwar nicht gut mit Politik aus, aber da sollte ich mich informieren. Das tue ich dann im Gespräch mit vertrauenswürdigen Personen, meinem Papa oder bestimmten Freundinnen. Da weiß ich, dass die sich auskennen. Oder ich gehe die Fragen im Wahl-Generator durch.

Wenn ich mit der U-Bahn in Wien unterwegs bin, lese ich die Infoscreens. Die haben nette Sachen, wie zum Beispiel den Geburtstag von einem berühmten Maler. Das ist nicht nur Mord und Totschlag. Es sind so Wissens-Häppchen, das finde ich schon nett. Gratiszeitungen lese ich aber nie, da ist es mir schade ums Papier.

Meinen Instagram-Account habe ich nicht gelöscht. Zur Berieselung habe ich ihn noch und verwende ihn täglich. Ich lese meistens motivierende Sprüche oder schaue lustige Tiervideos. Alles, was positive Energie hat oder mich zum Lachen bringt. Und ich folge Accounts wie „Stark auch ohne Muckis“, da schreiben kluge Menschen, die über ihren Tellerrand schauen. Sie bringen immer wieder neue Vorschläge zum Thema Erziehung, also Themen, die für meinen Beruf als Volksschullehrerin wichtig sind."
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